Ärger über DM-Auslosung

Die Nationalspielerin gewann mit ihrem Verein in der Bundesliga, ärgert sich aber über die Auslosung bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften.

Nach der Bundesliga ist vor den Deutschen Einzel-Meisterschaften. Diese beiden Termine bestimmten am Mittwochmorgen die Gefühlswelt von Karin Schnaase. Die Badminton-Nationalspielerin vom SC Union Lüdinghausen war hin- und hergerissen. Sie war erleichtert über den 5:1-Sieg mit ihrem Team in der Bundesliga am Dienstag gegen den VfL 91 Hamburg, und sie war enttäuscht über das Setz- und Losverfahren bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften in der kommenden Woche (2. bis 5. Februar) in Bielefeld.

Der Pflichtsieg gegen Hamburg lässt den Lüdinghausern alle Chancen auf Platz drei und damit auf die Play-Offs. Weil Tabellenführer Bischmisheim gegen Berlin gewann, rückte Union auf den zweiten Tabellenplatz vor – laut Teammanager Michael Schnaase zum allerersten Mal in zehn Jahren Bundesliga.

Dabei musste das Team am Dienstag mit Yuhan Tan und Ruud Bosch auf zwei Leistungsträger verzichten. „Bei einem Unentschieden wäre es mit den Play-Offs schon vorbei gewesen“, weiß Michael Schnaase, dass im Vierkampf um die drei ersten Tabellenplätze jeder Punkt und jeder Satz zählt. Am 11. Februar (Samstag) erwartet Union den PTSV Rosenheim.

Bischmisheim hat die besten Karten. Lüdinghausen, Berlin und Beuel spielen noch jeweils gegeneinander. „Klar, es wird schwer. Aber die Hoffnung lebt, und das ist schön“, sagt Karin Schnaase. Ihr Vater ergänzt: „Wir freuen uns über eine sehr gute Saison. Es hätte sicherlich keiner geglaubt, dass wir oben dazugehören und es so spannend machen.“

Dagegen hält sich die Vorfreude auf die Deutschen Meisterschaften in Grenzen. Im Dameneinzel wurde Karin Schnaase, die Vizemeisterin von 2011 und 2011, an Position vier gesetzt. Damit könnte sie im oberen Tableau der Setzliste im Halbfinale auf Überfliegerin Juliane Schenk treffen. Die ehemalige Union-Spielerin ist an eins gesetzt, Olga Konon an zwei. Im unteren Tableau spielt Carola Bott an Nummer drei und könnte im Halbfinale auf Konon treffen.

Das sorgt für Verärgerung bei den Schnaases. Konon, gebürtige Weißrussin, wurde im vorigen Jahr eingebürgert. Karin Schnaase kann noch damit leben, dass die Neu-Deutsche vor ihr gesetzt wird, schließlich liegt Konon auch in der Weltrangliste vor der Unionistin. Aber dort steht Schnaase deutlich vor Bott. „Ich hatte gehofft auf die Chance, mal bei einem großen Turnier gegen Olga Konon zu spielen“, sagt Schnaase. Schenk und Konon werden vom Deutschen Badminton-Verband (DBV) bei der Qualifikation für Olympia unterstützt, Schnaase nicht. „Ich bin sehr enttäuscht, dass die Plätze drei und vier gelost wurden“, erklärt Schnaase.

„Der deutsche Verband kann, muss die Plätze drei und vier aber nicht losen“, weiß Michael Schnaase. „Es ist seltsam, dass der Verband nicht nach Leistung setzt. Ich kann das nicht verstehen. Dann hätte man auch die Plätze zwei und drei losen können.“

Beim DBV heißt es, dass seit Jahren so verfahren werde: Die Spielerinnen mit den Setzplätzen eins und zwei (richten sich nach der Weltrangliste) werden gesetzt, die mit den Plätzen drei und vier werden ebenso gelost wie die mit den Plätzen fünf bis acht und neun bis 16.

„Das ärgert mich, aber ich kann nichts machen und muss mich damit abfinden“, sagt Karin Schnaase. Sie bereitet sich jetzt auf die Meisterschaft vor. Das erste Match steht am nächsten Donnerstagabend auf dem Plan. Ihr Ziel: „Ich will ins Halbfinale kommen und dann ein gutes Spiel machen.“