Union Lüdinghausen hat ihren zweiten Tabellenplatz erfolgreich verteidigt. Gegen PTSV Rosenheim gewannen die Steverstädter am Samstagnachmittag in eigener Halle mit 5:1. Nur im Herrendoppel verloren die Gastgeber in drei Sätzen. Alle anderen Spiele gingen glatt an Union, wobei die Gäste das Dameneinzel kampflos abgaben.
Teilweise ganz schön strecken musste sich Ruud Bosch im Herrendoppel mit Josche Zurwonne. Am Ende des dritten Satzes reichte beim angeschlagenen Niederländer die Kraft nicht mehr. Foto: chrb
Vier lange Wochen lang hatte Ruud Bosch an einem Infekt zu knapsen. Einigermaßen wieder fit, erwischte ihn einen Tag vor dem Bundesligaspiel gegen Rosenheim eine Erkältung. Dennoch packte der Niederländer in Diensten von Union Lüdinghausen am Samstag in der Antoniushalle seinen Schläger aus der Tasche und spielte an der Seite von Josche Zurwonne das Herrendoppel. Es war das einzig wirklich spannende Spiel an diesem Nachmittag. Die Lüdinghauser gewannen den ersten Satz deutlich mit 21:14, lagen nach verlorenem zweiten Satz im dritten mit 16:11 und 18:14 vorne und gewannen dann gegen das PTSV-Duo Oliver Roth und Peter Käsbauer keinen Punkt mehr.
Es war schade und dennoch kein Beinbruch. Alle anderen Spiele gewann Union glatt in zwei Sätzen, wobei die Rosenheimerin Nicol Bittner das Dameneinzel gegen Karin Schnaase kampflos abgab. 5:1 in eigener Halle gegen den Tabellenfünften – keine allzu große Überraschung, nachdem Union bereits das Hinspiel in Bayern mit 4:2 gewonnen hatte. Aber auch keine Selbstverständlichkeit, wie Teammanager Michael Schnaase betonte: „5:1 ist gut, obwohl man keinen Gegner unterschätzen sollte.“ Noch wichtiger als das Ergebnis war Schnaase und seiner Mannschaft jedoch der Sieg an sich, der ihnen den zweiten Tabellenplatz vor Titelverteidiger EBT Berlin weiter sichert.
Das freute auch Bosch, der nicht lange mit seiner Doppelniederlage haderte. „Es war mein erstes Spiel nach meiner Erkrankung, und ich konnte nur 70 Prozent meiner Leistung bringen“, sagte der Niederländer. „Im dritten Satz habe ich meine Knie gespürt, und ich hatte keine Energie mehr. Dann haben sie das Tempo erhöht, und ich konnte nicht mehr folgen.“
Tragisch war das nicht, denn es war relativ schnell klar, dass die Lüdinghauser dennoch gegen den PTSV gewonnen würden. Während Bosch und Zurwonne auf Platz eins spielten, legten wenige Meter weiter Karin Schnaase und ihre Doppelpartnerin Selena Piek gegen Nicol Bittner und Paulien van Dooremalen mit 10:0 vor. Es sah ganz nach einem Kantersieg aus, doch dann berappelten sich die Rosenheimerinnen und machten es im zweiten Satz noch einmal spannend, bevor Schnaase und Piek den Zwei-Satz-Sieg in trockene Tücher packten.
Yuhan Tan machte es umgekehrt. Unions Nummer eins und frisch gebackener belgischer Meister ging gegen Hannes Käsbauer im ersten Satz relativ knapp durchs Ziel, gönnte dem Rosenheimer im zweiten aber ganze neun Punkte. Es war das 3:1 für Union, denn während des Herreneinzels hatte PTSV-Spielerin Bittner bekannt gegeben, dass sie auf ihr Dameneinzel gegen Karin Schnaase verzichtet.
Damit war Union ein Punkt schon sicher. Gegen Roth machte es Lüdinghausens Nummer zwei Vladislav Druzhchenko nur im zweiten Satz spannend, als er mehrere Matchbälle vergab, bevor er doch noch deutlich siegte und den siegbringenden vierten Union-Zähler einfuhr. Auf Platz zwei hatten Zurwonne und Piek, am vorherigen Wochenende zwei Mal holländische Meisterin geworden, gegen Peter Käsbauer und van Dooremalen fast ebenso wenig Mühe.