Wenn fröhliche Holländer ernst machen

Ruud Bosch und Selena Piek bestritten am Samstagnachmittag das letzte Match des Tages. Beim Einspielen vor dem gemischten Doppel gaben sich die beiden Nationalspieler aus den Niederlanden locker und lachten viel. Kein Wunder, denn der SC Union Lüdinghausen lag mit 4:1 in Führung und hatte den Sieg gegen den BV Gifhorn bereits sicher.

Zeigten am Samstag in Lüdinghausen, dass sie gut spielen und viel lachen können: Ruud Bosch und Selena Piek, die Union-Neuzugänge aus den Niederlanden. Foto:(rau)

Als das Mixed losging, war für Bosch und Piek trotzdem Schluss mit lustig. Die fröhlichen Holländer fertigten Niesner/Langley mit 21:14 und 21:8 ab. Die beiden Neuzugänge sind nicht nur gut drauf, sie können auch prima mit dem Racket umgehen. Bosch und Piek sind menschlich und sportlich eine Bereicherung für den SC Union - das war die wichtigste Erkenntnis nach dem erfolgreichen Start der Lüdinghauser in ihre zehnte Saison in der Badminton-Bundesliga. Der Sieg gegen Gifhorn fiel in der recht ordentlich besuchten Halle des St.-Antonius-Gymnasiums mit 5:1 überraschend deutlich aus. Spannend war nur das erste Herreneinzel zwischen Yuhan Tan (Union) und dem Esten Raul Must. Nach einem sehenswerten Schlagabtausch verlor der Belgier im dritten Satz mit 19:21. Tan war danach enttäuscht, aber nicht traurig. „Das war ein sehr gutes und schwieriges Match“, sagte er. „Bis Mitte des zweites Satzes lief es sehr gut, dann war das Spiel fifty-fifty.“

Gifhorn verkürzte damit auf 1:3, hatte aber schon verloren, weil Carola Bott nach ihrem Einsatz im Damendoppel das Einzel gegen Karin Schnaase sausen ließ. Also hieß es 4:1 für Union. „Ich hatte Anfang der Woche Magen-Darm-Probleme und will meine Kräfte sparen für das wichtige Spiel am Sonntag“, erklärte die Gifhornerin. Bott und Schnaase sind befreundet und spielen bei internationalen Turnieren gemeinsam im Doppel. Die Duelle waren zuletzt immer heiß umkämpft, aber immer hatte Schnaase gewonnen. Zum Auftakt hatten sich im Herrendoppel Bosch und Josche Zurwonne in drei Sätzen gegen Niesner/Porath durchgesetzt. Eigentlich hätte die neu formierte Union-Paarung in zwei Durchgängen gewinnen müssen. „Josche und ich mussten uns erst zusammen einspielen“, sagte der Niederländer. Dann siegten Schnaase und Piek im Damendoppel in zwei Sätzen gegen Bott/Langley. Beide Blondinen-Doppel waren neu zusammengesetzt, die Unionistinnen hinterließen den deutlich besseren Eindruck.

Dann erhöhte im zweiten Herreneinzel der Indonesier Endra Kurniawan gegen seinen Landsmann Yoga Pratama mit einem lockeren Zwei-Satz-Erfolg auf 3:0 für Union. Nach der Niederlage von Tan und dem Verzicht von Bott sorgten Bosch und Piek im Mixed für den Schlusspunkt. „So klar hatten wir das erste Saisonspiel nicht erwartet“, freute sich Union-Teammanager Michael Schnaase. „Yuhan Tan hätte fast auch noch gewonnen. Das Damendoppel, das Mixed und die Leistung von Endra waren schon sehr gut.“

Auch Selena Piek war nach ihrem ersten Auftritt in Lüdinghausen happy. „Es ist eine sehr schöne Atmosphäre hier, und ich mag das Team sehr“, schwärmte die 19-Jährige. „Das war ein toller Start in die Saison mit 100 Prozent.“


VON RALF AUMÜLLER, Westfälische Nachrichten