Den Nachwuchs fördern, den Spitzensport stärken und den Hobbybereich unterstützen – das sind nur drei von vielen Aufgaben, die sich der neue Förderverein der Badmintonabteilung des SC Union 08 Lüdinghausen vorgenommen hat. Sie können uns dabei unterstützen: Werden Sie Mitglied im Förderverein!
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Chronik

Keine Frage, Badminton ist sicherlich die erfolgreichste Sportart in Lüdinghausen. Zahlreiche westdeutsche und deutsche Meister und sogar Europameister hat die Badminton-Abteilung des SC Union 08 hervorgebracht. Und seit Jahrzehnten gilt Union 08 als einer der besten und bekanntesten Badminton-Vereine in ganz Deutschland. So ist der Badminton-Sport sogar zu einem Aushängeschild für die Steverstadt geworden.

Vorstand Vorstand Abteilung Badminton (von links): Michael Schnaase, Ralf Kemper, Hans-Werner Bartsch

Damit hatten die Gründungsväter sicherlich nicht gerechnet. Am 14. Februar 1963 wurde die Abteilung gegründet. Den ersten Schritt unternahmen damals Heiner Begrich und Dirk Bärnwick, die ihren Wunsch dem Vereinsvorsitzenden Heinz Weiland vortrugen. Dieser zögerte zunächst - doch unter der Bedingung, dass sich mindestens 15 Mitstreiter finden müssen, willigte er ein. Das war wiederum kein Problem und der Badminton-Betrieb wurde unter dem ersten Abteilungsleiter Dieter Seuffert aufgenommen.

Schon 1963 gab es den ersten Vergleichskampf. Schiedlich friedlich trennten sich die Teams aus Lüdinghausen und Beckum 3:3. Der vielfach noch belächelte Federballsport in Lüdinghausen mauserte sich. 1964 gab es bereits die ersten Stadtmeisterschaften, und danach ging es steil bergauf. Immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene entdeckten Badminton in Lüdinghausen für sich. Kein Wunder, dass sich zahlreiche Siege bei lokalen und überregionalen Turnieren einstellten. Monika Frankus und Michael Schnaase waren dann die Ersten, die für Union 08 Lüdinghausen Siege bei wichtigen Turnieren in Nordrhein-Westfalen und sogar in Deutschland errangen. So wurde Michael Schnaase 1967 Deutscher Meister im Einzel und Doppel – und diesen Titeln sollten zahlreiche weitere für den Lüdinghauser Ausnahmesportler folgen.

Und nicht nur das. Auch die Jugendmannschaft „sahnte ab“, wie die Zeitschrift des Badminton Verbandes vermeldete. Bei den Deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaften holten Michael Schnaase, Dieter Rempt, Reinhard Schwering, Reinhard Rempt, Karl-Heinz Worms, Monika Frankus, Barbara Schnaase und Monika Euler den Vize-Titel.

Danach ging es fast immer bergauf. Die gute Jugendarbeit trug Früchte, sodass die Seniorenmannschaft schnell in die Oberliga, die damalige zweithöchste deutsche Spielklasse aufstieg. Doch als das Team in der Saison 1974/75 den angestrebten Aufstieg knapp verpasste, fiel die Mannschaft auseinander. So wechselte beispielsweise Michael Schnaase aus sportlichen Gründen zum 1. BV Mülheim, mit dem er in der Folge zahlreiche Deutsche Mannschaftsmeisterschaften gewann. Den personellen Aderlass verkraftete der Verein kaum – zwei Mal stieg die erste Seniorenmannschaft ab, während immer wieder neue starke Jugendliche Titel um Titel sammelten. Die intensive Nachwuchsarbeit zahlte sich aber aus. Unter der Regie von Otto Igel und Karl-Heinz Mitteldorf, zwei Urgesteine der Badminton-Abteilung, ging es ab 1977 wider bergauf. Erst stieg das Team in die Landesliga auf und 1982 gelang dann der lang ersehnte Wiederaufstieg in die Oberliga.

Zu diesem Zeitpunkt legte Otto Igel auch den Abteilungsvorsitz in jüngere Hände; ihm folgten Peter Thüs und Rüdiger Walter. Seit 1989 leitet schließlich Michael Schnaase erfolgreich die Badminton-Abteilung. Wieder zum Sportlichen: Jahrelang hielt sich die erste Mannschaft erfolgreich in der Oberliga und später in der Regionalliga West – der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse – mit einem inzwischen wieder zurückgekehrten Altmeister Michael Schnaase. Dem bitteren Abstieg 1989 folgte der sofortige Wiederaufstieg 1990. Auch aus der 2. Bundesliga West, in die die Regionalliga umbenannt wurde, stieg das Team einmal auf, kehrte aber sofort wieder.

Juliane Schenk

Mit dem Wechsel der talentierten Jugendspielerin Juliane Schenk und der Verpflichtung des Indonesiers Yong Yudianto begann bei Union 08 ab 1999 eine neue Ära. Denn auf Dauer konnten die Lüdinghauser trotz der guten Jugendarbeit sich nur schwer in der Deutschen Spitze halten, wenn sie sich nicht auch gezielt „von außen“ verstärkten. So schaffte die erste Mannschaft im Jahr 2000 zunächst den Aufstieg in die Zweite Bundesliga und dann zwei Jahre später, nach einer dramatischen Aufstiegsrunde im benachbarten Senden, erstmals den Sprung in die Erste Bundesliga. Seitdem mischt Union 08 stets mit Eigengewächsen und mit gezielten Verstärkungen in der Eliteliga mit. Stets konnten sich die Steverstädter souverän in der Liga behaupten. In der Saison 2009/2010 belegte das Team sogar den dritten Platz gemeinsam mit EBT Berlin. Die tollen Leistungen werden im Übrigen seit Jahren von einer großen Fangemeinde belohnt.

Badminton ist aber nicht nur Mannschaftssport. Bei vielen Einzelturnieren konnten sich Unionisten weit vorne platzieren. Herausragend waren sicherlich die vier Europameistertitel von Michael Schnaase bei den Senioren sowie der Einzeltitel von Juliane Schenk bei Jugendeuropameisterschaften. Ihr gelang es bislang auch als einzige Unionistin, sich für die Olympischen Spiele (2004 in Athen) zu qualifizieren. Fast normal sind da schon die vielen nationalen Meistertitel, die die Badmintonspieler für ihren Verein erringen konnten.

Trotz der Ausrichtung auf den Spitzensport kommt allerdings der Breitensport in der Badminton-Abteilung nicht zu kurz. Zahlreiche Hobbyspieler halten sich mit dem Badmintonsport fit und bereichern den Trainingsalltag. Und auch im Nachwuchsbereich steht den Kindern und Jugendlichen stets die Wahl offen, ob sie sich für ein intensives Training entscheiden oder „just for fun“ spielen wollen.